Glossar¶
Hier finden Sie Erklärungen zu Begriffen, die in der Evrlast-Dokumentation verwendet werden.
NB-IoT¶
NB-IoT (Narrowband Internet of Things) ist ein Mobilfunk-Standard, der speziell für Geräte mit geringem Datenvolumen und langen Akkulaufzeiten entwickelt wurde. Er funktioniert über das normale Mobilfunknetz und ermöglicht die Datenübertragung auch in Gebieten mit schwachem Empfang oder in Gebäuden und Kellern. Evrlast-Geräte nutzen NB-IoT, um Messdaten direkt in die Evrlast Cloud zu übertragen: ohne WLAN oder zusätzliche Infrastruktur.
LoRaWAN¶
LoRaWAN ist ein Funknetzwerk-Standard für IoT-Geräte. Er bietet große Reichweiten (mehrere Kilometer) bei sehr geringem Stromverbrauch. LoRaWAN-Geräte kommunizieren über sogenannte Gateways, die die Daten an einen Netzwerk-Server (z. B. TTN oder Chirpstack) weiterleiten. Evrlast unterstützt LoRaWAN als alternative Übertragungstechnik zu NB-IoT.
MQTT¶
MQTT ist ein leichtgewichtiges Protokoll zur Übertragung von Nachrichten zwischen Systemen, das häufig im IoT-Bereich eingesetzt wird. Über einen sogenannten Broker werden Nachrichten veröffentlicht und abonniert. Evrlast kann Messdaten per MQTT an externe Dienste weiterleiten, konfigurierbar über Konnektoren.
Broker¶
Ein MQTT-Broker ist ein Server, der MQTT-Nachrichten empfängt, verwaltet und an alle Abonnenten weiterleitet. Wenn Sie Messdaten von Evrlast per MQTT empfangen möchten, benötigen Sie Zugang zu einem MQTT-Broker – entweder einem eigenen oder dem Evrlast MQTT Broker.
Evrlast MQTT Broker¶
Der Evrlast MQTT Broker ist ein von Evrlast betriebener Broker, über den Sie die Messdaten Ihrer Geräte direkt aus der Evrlast Cloud per MQTT abonnieren können – ohne einen eigenen Broker betreiben zu müssen. Die Verbindungsdaten werden automatisch erzeugt, sobald der Konnektor an einem Gerät aktiviert wird. Die Authentifizierung erfolgt über einen API-Key. Weitere Informationen finden Sie unter Messdatenweiterleitung.
API-Key¶
Ein API-Key ist ein geheimer Zugangscode, der einem externen System oder Gerät erlaubt, mit der Evrlast Cloud zu kommunizieren. API-Keys werden für die Integration von LoRaWAN-Geräten über eigene Netzwerk-Server benötigt. Sie können API-Keys in der Evrlast Cloud verwalten unter: API Key.
TTN (The Things Network)¶
TTN ist ein öffentlich zugängliches LoRaWAN-Netzwerk, das von einer weltweiten Community betrieben wird. Wenn Ihr Gerät über TTN kommuniziert, können Sie es über einen HTTP-Webhook mit der Evrlast Cloud verbinden.
Chirpstack¶
Chirpstack ist ein Open-Source-LoRaWAN-Netzwerk-Server, den Unternehmen selbst betreiben können. Evrlast unterstützt die Integration über HTTP und MQTT.
DevEUI / JoinEUI¶
DevEUI und JoinEUI sind eindeutige Kennungen eines LoRaWAN-Geräts. Die DevEUI identifiziert das Gerät eindeutig weltweit (vergleichbar einer Seriennummer), die JoinEUI identifiziert die Anwendung bzw. den Betreiber. Beide Werte werden bei der Einrichtung einer LoRaWAN-Integration benötigt.
Virtueller Sensor¶
Ein virtueller Sensor ist kein physischer Sensor, sondern ein in der Evrlast-Plattform berechneter Wert. Er wird aus den Rohdaten eines oder mehrerer physischer Sensoren per Formel abgeleitet, zum Beispiel, um aus einer Rohentfernung einen Pegelstand in Zentimetern zu berechnen.
Aggregationsintervall¶
Das Aggregationsintervall legt fest, über welchen Zeitraum Messwerte zusammengefasst (gemittelt) werden, bevor sie im Diagramm angezeigt werden. Ein Intervall von „1 Stunde" zeigt beispielsweise den Durchschnittswert aller Messungen je Stunde.
Airtime¶
Airtime bezeichnet die Dauer, die ein LoRaWAN-Gerät für die Übertragung einer einzigen Nachricht benötigt. Da LoRaWAN-Geräte in Europa einer gesetzlichen Duty-Cycle-Beschränkung unterliegen (maximal 1 % Sendedauer pro Stunde), ist die gesamte verfügbare Sendezeit begrenzt. Je kürzer das Sendeintervall, desto schneller ist das Airtime-Budget aufgebraucht – das Sendeintervall bei LoRaWAN-Geräten kann daher nicht beliebig klein gewählt werden. Für NB-IoT-Geräte gilt diese Einschränkung nicht.
Ausreißertest¶
Der Ausreißertest ist eine automatische Plausibilitätsprüfung der Messdaten. Er erkennt und filtert Messwerte heraus, die statistisch stark vom bisherigen Verlauf abweichen, zum Beispiel kurzzeitige Fehlmessungen durch Signalstörungen. Der Ausreißertest kann in der Datenansicht aktiviert werden und hat keinen Einfluss auf die gespeicherten Rohdaten.
Messintervall und Sendeintervall¶
Das Messintervall legt fest, wie oft das Gerät einen Messwert aufnimmt. Das Sendeintervall bestimmt, wie oft die gesammelten Messwerte an die Evrlast Cloud übertragen werden. Beide Werte sind unabhängig voneinander einstellbar.
Beispiel: Messintervall 5 Minuten, Sendeintervall 60 Minuten. Das Gerät misst alle 5 Minuten, schickt aber erst nach einer Stunde alle 12 Messwerte gesammelt. Das spart Energie und verlängert die Akkulaufzeit, ohne Messdaten zu verlieren.
Bei LoRaWAN-Geräten wird das minimal wählbare Sendeintervall zusätzlich durch die verfügbare Airtime begrenzt. Bei NB-IoT-Geräten gilt diese Einschränkung nicht.
Pegelnullpunkt¶
Der Pegelnullpunkt ist der Referenzpunkt für die Pegelmessung, typischerweise der Gewässergrund oder ein anderer definierter Bezugspunkt. Der Abstand zwischen Geräteunterseite und Pegelnullpunkt muss einmalig gemessen und in der Konfiguration hinterlegt werden, damit das Gerät den tatsächlichen Wasserstand korrekt berechnen kann.
Niedrigenergiemodus¶
Der Niedrigenergiemodus (Low Energy Mode) ist ein Schutzmechanismus gegen Tiefentladung des Akkus. Sinkt die Akkuspannung unter einen kritischen Wert, versetzt sich das Gerät automatisch in einen Minimalbetrieb: Messen und Senden pausieren, bis sich der Akku über das Solarmodul wieder aufgeladen hat. In der Web-App wird dieser Zustand durch eine gelbe Wolke angezeigt. Bei LoRaWAN-Geräten kann der Modus nur aktiviert oder deaktiviert werden, bei NB-IoT-Geräten sind zusätzliche Schwellwerte konfigurierbar. Weitere Informationen finden Sie unter Niedrigenergiemodus.